RD a.D. Hugo Gebhard


Wandererpavillon im Wald, Urteil des OLG Stuttgart
vom 19.09.1988, Az. 5 U 138/87
 
 
Veröffentlicht in VersR 1989, 1163
 
Sachverhalt: Ein zunächst von einem Verschönerungsverein im Staatswald errichteter Pavillon wurde anschließend von Gemeinde unterhalten. Eine Eiche und eine Kiefer standen 30 bzw. 25 cm vom Dachrand entfernt und überragen die anderen Bäume. Bei einem Gewitter schlug der Blitz in die beiden Bäume ein, wobei der Blitz auf die Hütte übersprang und die im Hütteninneren befindliche Klägerin verletzte. Gemeinde wurde verurteilt.
 
Ø Aus der tatsächlichen Übernahme der Unterhaltung folgt die Pflicht, die berechtigter Erwartungen der Erholungssuchenden zu erfüllen und Vorsorge gegen Gefahren zu treffen.
Ø Gemeinde habe Gefahr zwar nicht geschaffen, aber andauern lassen.
Ø Gemeinde sei zur Vornahme von Maßnahmen gegen Blitzschlag verpflichtet gewesen (Baumbeseitigung, Umgestaltung des Daches, Hinweis, dass das Unterstellen bei Gewitter lebensgefährlich sei, Blitzschutzanlage).