RD a.D. Hugo Gebhard


Forstschrankenfall, Urteil des OLG Köln vom 26. 03. 1987,
Az. 7 U 227/86
Veröffentlicht in NuR 1988, 103
 
Sachverhalt: Radfahrer fuhr nachts auf geschlossene Forstschranke, die weiß und grün angestrichen war, obwohl er dort öfters bei offener Schranke vorbeigefahren ist. Radfahrer musste wegen Mitverschuldens zwei Drittel des Schadens selbst tragen.
 
  1. Für typische Gefahren des Waldes wie Fahrspuren in Wegen, herabhängende Äste usw. müsse Waldbesitzer keine besonderen Vorkehrungen treffen.
  2. Vor atypischen Gefahren müsse der Waldbesitzer die Waldbesucher aber schützen. Atypische Gefahren seien alle nicht durch die Natur oder durch die Art der Bewirtschaftung mehr oder minder zwangsläufig vorgegebene Zustände, insbesondere also die vom Waldbesitzer selbst geschaffenen Gefahren.
  3. Waldbesitzer hätte Schranke mit rot-weißen Leuchtfarben anstreichen oder mit einem Rückstrahler versehen müssen.
  4. Radfahrer habe damit rechnen müssen, dass die Schranke auch mal geschlossen sei.
  5. Bei nächtlicher Radfahrt auf einem Waldweg sei eine Geschwindigkeit von 25 bis 30 km/h zu schnell.