RD a.D. Hugo Gebhard


Parkplatz-Baumunfall, Urteil des LG Bonn vom 13. 1. 2010,
Az. 1 O 149/09
 
Veröffentlicht in Auszügen in VersR 2010, 1328
Sachverhalt: Aus einer ahornblättrigen Platane, die an einem gebührenpflichtigen Parkplatz stand, stürzten zwei Totäste auf ein unter dem Baum stehendes Auto. Der Baum war zufälligerweise am Unfalltag vor dem Unfall im Dezember 2008 von einem Bediensteten der Stadt Bonn kontrolliert worden; hierbei stellte der Kontrolleur auch an dem Schadensbaum Totäste fest, deren Beseitigung er für erforderlich hielt. Die letzte Kontrolle davor wurde im Februar 2008 durchgeführt. Klageabweisung (P.S.: Klageabweisung wurde durch das Berufungsurteil des OLG Köln vom 29. 7. 2010, Az. 7 U 31/10 bestätigt – dieses Urteil habe ich auch in meine Homepage eingestellt).
Aussagen des Urteils:
Die am Unfalltag festgestellten Totäste durch den Baumkontrolleur mussten nicht noch am gleichen Tag beseitigt werden.
Die Stadt Bonn sei auch nicht verpflichtet gewesen, die Bäume vor Dezember 2008 zu prüfen, da der 10-monatige Kontrollabstand nicht zu beanstanden sei. Dass dieser Kontrollabstand nicht zu beanstanden sei, ergebe sich aus der Baumkontroll-Richtlinie der FLL, denn danach seien selbst bei stärker geschädigten Bäumen in der Alterungsphase und bei höheren berechtigten Sicherheitserwartungen des Verkehrs jährliche Regelkontrollen ausreichend.
Der Sachverständige habe dargelegt, dass die Baumkontroll-Richtlinie der FLL den aktuellen Stand der Regeln der Technik enthalte.