RD a.D. Hugo Gebhard


Eicheln-Fall, Urteil des AG Siegburg, Urteil vom 15. 12. 11, Az. 102 C 157/11

Veröffentlicht in juris

Sachverhalt: Ein Autobesitzer klagte auf Schadensersatz mit der Behauptung, Eicheln einer amerikanischen Eiche hätten auf seinem unter der Eiche parkenden Pkw Dellen verursacht. Er wohnte seit 3 Jahren vor dem behaupteten Schadensfall unmittelbar im benachbarten Haus desjenigen, auf dessen Grundeigentum die amerikanische Eiche Stand. Die Klage wurde abgewiesen.

Begründung:

Es sei einem Baumeigentümer nicht zumutbar, jegliche von einem Baum ausgehende Gefahr zu beseitigen. Auch der Fruchtfall eines Baumes sei in zumutbarer Weise nicht zu verhindern.

Zudem sei die durch herabfallende Baumfrüchte entstehende Gefahr, anders als bei herabfallenden Ästen, relativ gering und sei leicht dadurch zu vermeiden, indem ein Pkw nicht unter Früchte tragenden Bäumen abgestellt werde.

Beim Fruchtfall handle es sich um eine natürliche Gegebenheit, die als allg. Lebensrisiko hinzunehmen sei.

Darüber hinaus scheitere der Anspruch des Klägers auch am weit überwiegenden Mitverschulden des Klägers, da er schon 3 Jahre in der Nachbarschaft des Beklagten gewohnt habe. Ihm habe bekannt sein müssen, dass von der amerikanischen Eiche im Herbst Eicheln herabfallen.