Rechtsanwalt Hugo Gebhard


Text des Bundeswaldgesetzes
 
vom 2. Mai 1975
(Veröffentlicht in BGBl. I S. 1037), zuletzt geändert durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Bundeswaldgesetzes vom 31. Juli 2010 (BGBl. I S. 1050)
 
Erstes Kapitel
Allgemeine Vorschrift
 
§ 1
Gesetzeszweck
 
Zweck dieses Gesetzes ist insbesondere,
 
1. den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Boden­fruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern,
 
2.die Forstwirtschaft zu fördern und
 
3. einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.
 
§ 2
Wald
 
(1) Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.
 
(2) Kein Wald im Sinne dieses Gesetzes sind
 
1. Grundflächen auf denen Baumarten mit dem Ziel baldiger Holzentnahme angepflanzt werden und deren Bestände eine Umtriebszeit von nicht länger als 20 Jahren haben (Kurzumtriebsplantagen),
2. Flächen mit Baumbestand, die gleichzeitig dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte dienen (agroforstliche Nutzung),
3. mit Forstpflanzen bestocke Flächen, die am 6. August 2010 in dem in § 3 Satz 1 der InVeKoS-Verordnung vom 3. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3194), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 7. Mai 2010 (eBAnz AT51 2010 V1) geändert worden ist, bezeichneten Flächenidentifizierungssystem als landwirtschaftliche Flächen erfasst sind, solange deren landwirtschaftliche Nutzung andauert und
4. in der Flur oder im bebauten Gebiet gelegene kleinere Flächen, die mit einzelnen Baumgruppen, Baumreihen oder mit Hecken bestockt sind oder als Baumschulen verwendet werden.
(3) Die Länder können andere Grundflächen dem Wald zurechnen und Weihnachtsbaum- und Schmuckreisigkulturen sowie zum Wohnbereich gehörende Parkanlagen vom Waldbegriff ausnehmen.
 
§ 3
Waldeigentumsarten
 
(1) Staatswald im Sinne dieses Gesetzes ist Wald, der im Alleineigentum des Bundes, eines Landes oder einer Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts steht, sowie Wald im Miteigentum eines Landes, soweit er nach landesrechtlichen Vorschriften als Staatswald angesehen wird.
(2) Körperschaftswald im Sinne dieses Gesetzes ist Wald, der im Alleigentum der Gemeinden, der Gemeindeverbände, der Zweckverbände sowie sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts steht; ausgenommen ist der Wald von Religionsgemeinschften und deren Einrichtungen, sowie von Realverbänden, Haubergsgenossenschaften, Markgenossenschaften, Gehöferschaften und ähnlichen Gemeinschaften (Gemeinschaftsforsten), sowiet er nicht nach landesrechtlichen Vorschriften als Körperschaftswald angesehen wird.
(3) Privatwald im Sinne dieses Gesetzes ist Wald, der weder Staatswald noch Körperschaftswald ist.
 
§ 4
Waldbesitzer
 
Waldbesitzer im Sinne dieses Gesetzes sind der Waldeigentümer und der Nutzungsberech­tigte, sofern dieser unmittelbarer Besitzer des Waldes ist.
 
Zweites Kapitel
 
Erhaltung des Waldes
 
§ 5
Vorschriften für die Landesgesetzgebung
 
Die Vorschriften dieses Kapitels sind Rahmenvorschriften für die Landesgesetzgebung. Die Länder sollen innerhalb von zwei Jahren nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes den Bestim­mungen dieses Kapitels entsprechende Vorschriften einschließlich geeigneter Entschädi­gungsregelungen erlassen oder bestehende Vorschriften anpassen.
 
 
Abschnitt I
Forstliche Rahmenplanung und Sicherung der Funktionen
des Waldes bei Planungen und Maßnahmen von Trägern öffentlicher Vorhaben
 
§§ 6 und 7 aufgehoben
 
§ 8
Sicherung der Funktion des Waldes bei Planungen und Maßnahmen
von Trägern öffentlicher Vorhaben
 
Die Träger öffentlicher Vorhaben haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inan­spruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Waldflächen betref­fen können,
 
1. die Funktionen des Waldes nach § 1 Nr. 1 angemessen zu berücksichtigen;
 
2. die für die Forstwirtschaft zuständigen Behörden bereits bei der Vorbereitung der Planungen und Maßnahmen zu unterrichten und anzuhören, soweit nicht nach diesem Gesetz und sonstigen Vorschriften eine andere Form der Beteiligung vorgeschrieben ist.
 
 
Abschnitt II
Erhaltung und Bewirtschaftung des Waldes, Erstaufforstung
 
§ 9
Erhaltung des Waldes
 
(1) Wald darf nur mit Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde gerodet und in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden (Umwandlung). Bei der Entscheidung über einen Umwandlungsantrag sind die Rechte, Pflichten und wirtschaftlichen Interessen des Waldbesitzers sowie die Belange der Allgemeinheit gegeneinander und untereinander abzu­wägen. Die Genehmigung soll versagt werden, wenn die Erhaltung des Waldes überwiegend im öffentlichen Interesse liegt, insbesondere wenn der Wald für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, die forstwirtschaftliche Erzeugung oder die Erholung der Bevölkerung von wesentlicher Bedeutung ist.
 
(2) Eine Umwandlung von Wald kann auch für einen bestimmten Zeitraum genehmigt werden; durch Auflagen ist dabei sicherzustellen, dass das Grundstück innerhalb einer ange­messenen Frist ordnungsgemäß wieder aufgeforstet wird.
 
(3) Die Länder können bestimmen, dass die Umwandlung
 
1. keiner Genehmigung nach Absatz 1 bedarf, wenn für die Waldfläche auf Grund anderer öffentlich-rechtlicher Vorschriften rechtsverbindlich eine andere Nutzungsart festgestellt worden ist;
 
2. weiteren Einschränkungen unterworfen oder, insbesondere bei Schutz- und Erholungs­wald, untersagt wird.
 
 
§ 10
Erstaufforstung
 
(1) Die Erstaufforstung von Flächen bedarf der Genehmigung der nach Landesrecht zuständi­gen Behörde. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn Erfordernisse der Raumord­nung und Landesplanung der Aufforstung entgegenstehen und ihnen nicht durch Auflagen entsprochen werden kann. § 9 Abs. 1 Satz 2 gilt entsprechend.
 
(2) Die Länder können bestimmen, dass die Erstaufforstung
 
1. keiner Genehmigung bedarf, wenn für eine Fläche auf Grund anderer öffentlich-rechtli­cher Vorschriften die Aufforstung rechtsverbindlich festgesetzt worden ist oder Erfordernisse der Raumordnung und Landesplanung nicht berührt werden;
 
2. weiteren Einschränkungen unterworfen oder auch untersagt wird.
 
§ 11
Bewirtschaftung des Waldes
 
(1) Der Wald soll im Rahmen seiner Zweckbestimmung ordnungsgemäß und nachhaltig bewirt­schaftet werden. Durch Landesgesetze ist mindestens die Verpflichtung für alle Waldbesitzer zu regeln, kahlgeschlagene Waldflächen oder verlichtete Waldbestände in angemessener Frist
 
1. wieder aufzuforsten oder
 
2. zu ergänzen, soweit die natürliche Wiederbestockung unvollständig bleibt,
 
falls nicht die Umwandlung in eine andere Nutzungsart genehmigt worden oder sonst zulässig ist.
 
(2) Bei der Bewirtschaftung sollen
 
1. die Funktion des Waldes als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte sowie
2. im Falle von Parkanlagen, Gartenanlagen und Friedhofsanlagen die denkmalpflegerischen Belange
angemessen berücksichtigt werden.
§ 12
Schutzwald
 
(1) Wald kann zu Schutzwald erklärt werden, wenn es zur Abwehr oder Verhütung von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit not­wendig ist, bestimmte forstliche Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen. Die Erklä­rung zu Schutzwald kommt insbesondere in Betracht zum Schutz gegen schädliche Umwelt­einwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vom 15. März 1974 (BGBL. I S. 721), Erosion durch Wasser und Wind, Austrocknung, schädliches Abfließen von Nieder­schlagswasser und Lawinen. § 10 des Bundesfernstraßengesetzes und § 51 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 des Wasserhaushaltsgesetzes bleiben unberührt.
 
 
(2) Einer Erklärung zu Schutzwald nach Absatz 1 bedarf es nicht, wenn die Schutzwaldeigen­schaft unmittelbar auf Grund landesrechtlicher Vorschriften gegeben ist.
 
(3) Ein Kahlhieb oder eine diesem in der Wirkung gleichkommende Lichthauung bedarf im Schutzwald der Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Die Genehmigung kann mit Auflagen verbunden werden, soweit dies zur Erhaltung der Funktionen des Waldes erforderlich ist.
 
(4) Das Nähere regeln die Länder. Sie können durch weitergehende Vorschriften den Waldbe­sitzer verpflichten, bestimmte Maßnahmen im Schutzwald zu unterlassen oder durchzuführen.
 
§ 13
Erholungswald
 
(1) Wald kann zu Erholungswald erklärt werden, wenn es das Wohl der Allgemeinheit erfor­dert, Waldflächen für Zwecke der Erholung zu schützen, zu pflegen oder zu gestalten.
 
(2) Das Nähere regeln die Länder. Sie können insbesondere Vorschriften erlassen über
 
1.  die Bewirtschaftung des Waldes nach Art und Umfang;
 
2.  die Beschränkung der Jagdausübung zum Schutze der Waldbesucher;
 
3.  die Verpflichtung der Waldbesitzer, den Bau, die Errichtung und die Unterhaltung von Wegen, Bänken, Schutzhütten und ähnlichen Anlagen oder Einrichtungen und die Beseitigung von störenden Anlagen oder Einrichtungen zu dulden;
 
4.  das Verhalten der Waldbesucher.
 
§ 14
Betreten des Waldes
 
(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. Das Radfahren, das Fahren mit Krankenfahrstühlen und das Reiten im Wald ist nur auf Straßen und Wegen gestattet. Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr. Dies gilt insbesondere für waldtypische Gefahren.
 
(2) Die Länder regeln die Einzelheiten. Sie können das Betreten des Waldes aus wichtigem Grund, insbesondere des Forstschutzes, der Wald- oder Wildbewirtschaftung, zum Schutze der Waldbesucher oder zur Vermeidung erheblicher Schäden oder zur Wahrung anderer schutzwürdiger Interessen des Waldbesitzers, einschränken und andere Benutzungsarten ganz oder teilweise dem Betreten gleichstellen.
 
Drittes Kapitel
 
Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse
 
Abschnitt I
Allgemeine Vorschrift
 
§ 15
Arten der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse
 
Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Sinne dieses Gesetzes sind anerkannte Forstbe­triebsgemeinschaften (Abschnitt II), Forstbetriebsverbände (Abschnitt III) und anerkannte Forstwirtschaftliche Vereinigungen (Abschnitt IV).
 
Abschnitt II
Forstbetriebsgemeinschaften
 
§ 16
Begriff
 
 
Forstbetriebsgemeinschaften sind privatrechtliche Zusammenschlüsse von Grundbesitzern, die den Zweck verfolgen, die Bewirtschaftung der angeschlossenen Waldflächen und der zur Aufforstung bestimmten Grundstücke zu verbessern, insbesondere die Nachteile geringer Flächengröße, ungünstiger Flächengestalt, der Besitzzersplitterung, der Gemengelage, des unzureichenden Waldaufschlusses oder anderer Strukturmängel zu überwinden.
 
§ 17
Aufgaben der Forstbetriebsgemeinschaften
 
Die Forstbetriebsgemeinschaft muss mindestens eine der folgenden Maßnahmen zur Aufgabe haben:
 
1. Abstimmungen der Betriebspläne oder Betriebsgutachten und der Wirtschaftspläne sowie der einzelnen forstlichen Vorhaben;
 
2. Abstimmung der für die forstwirtschaftliche Erzeugung wesentlichen Vorhaben und Absatz des Holzes oder sonstiger Forstprodukte;
 
3. Ausführung der Forstkulturen, Bodenverbesserungen und Bestandspflegearbeiten ein­schließlich des Forstschutzes;
 
4. Bau und Unterhaltung von Wegen;
 
5. Durchführung des Holzeinschlages, der Holzaufarbeitung und der Holzbringung;
 
6. Beschaffung und Einsatz von Maschinen und Geräten für mehrere der unter den Num­mern 2 bis 5 zusammengefassten Maßnahmen.
 
 
 
 
§ 18
Anerkennung
 
(1) eine Forstbetriebsgemeinschaft wird von der nach Landesrecht zuständigren Behörde auf Antrag anerkannt, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:
 
1. Sie muss eine juristische Person des Privatrechts sein;
 
2. sie muss nach Größe, Lage und Zusammenhang aller angeschlossenen Grundstücke eine wesentliche Verbesserung der Bewirtschaftung ermöglichen;
 
3. die Satzung oder der Gesellschaftsvertrag muß Bestimmungen enthalten über
 
a)  die Aufgabe;
b)  die Finanzierung der Aufgabe;
c)  das Recht und die Pflicht der Forstbetriebsgemeinschaft, über die Erfüllung der Aufgabe zu wachen;
d)  Ordnungsmittel oder Vertragsstrafen bei schuldhaftem Verstoß gegen wesent­liche Mitgliedschaftspflichten;
e)  die Verpflichtung der Mitglieder, das zur Veräußerung bestimmte Holt ganz oder teilweise durch die Forstbetriebsgemeinschaft zum Verkauf anbieten zu lassen, sofern sie den Absatz des Holzes zur Aufgabe hat.
 
4.  Wird die Rechtsform der Genossenschaft oder der rechtsfähigen Vereins mit wirtschaft­lichem Geschäftsbetrieb gewählt, so muss die Satzung ferner bestimmen:
 
a)  die Voraussetzungen für Erwerb und Verlust der Mitgliedschaft, wobei die Mit­gliedschaft frühestens zum Schluss des dritten vollen Geschäftsjahres gekündigt werden kann und die Kündigungsfrist mindestens ein Jahr betragen muss;
b) die Organe, ihre Aufgabe und die Art der Beschlussfassung. Dabei muss bestimmt sein, dass Beschlüsse über Art und Umfang der durchzuführenden forstlichen Maßnahmen sowie über gemeinsame Verkaufsregeln, soweit nicht die Beschlussfassung darüber nach der Satzung dem Vorstand zusteht, durch die General- oder Mitgliederversammlung zu fassen sind und einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen bedürfen;
 
5.  wird die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft gewählt, so muss gewährleistet sein, dass die Gesellschafter die Aufgaben mindestens drei volle Geschäftsjahre lang gemeinsam verfolgen;
 
6.  sie muss mindestens sieben Mitglieder umfassen;
 
7.  sie muss einen wesentlichen Wettbewerb auf dem Holzmarkt bestehen lassen.
 
(2) Die Verpflichtung nach Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe e gilt nicht für die Holzmenge, für die Mitglieder vor ihrem Beitritt Kaufverträge abgeschlossen haben; sie haben die Forstbetriebs-gemeinschaft über Umfang und Dauer dieser Verträge vor dem Beitritt zu unterrichten.
 
(3) Gehören einer Forstbetriebsgemeinschaft Gemeinschaftsforsten an, so kann sie anerkannt werden, wenn sie weniger als sieben Mitglieder umfasst.
 
§ 19
Verleihung der Rechtsfähigkeit an Vereine
 
Hat der forstwirtschaftliche Zusammenschluss die Rechtsform des rechtsfähigen Vereins mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb gewählt, so kann ihm durch die für die Anerkennung zuständige Behörde gleichzeitig mit der Anerkennung die Rechtsfähigkeit nach § 22 des Bürgerlichen Gesetzbuches verliehen werden.
 
§ 20
Widerruf der Anerkennung
 
Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann die Anerkennung widerrufen, wenn eine Anerkennungsvoraussetzungen nicht mehr vorliegt oder wenn die Forstbetriebsgemeinschaft ihre Aufgabe während eines längeren Zeitraumes nicht oder unzulänglich erfüllt hat.
 
 
Abschnitt III
Forstbetriebsverbände
 
§ 21
Begriff und Aufgabe
 
(1) Forstbetriebsverbände sind Zusammenschlüsse von Grundstückseigentümern in der Form von Körperschaften des öffentlichen Rechts, die den in § 16 bezeichneten Zweck verfol­gen.
 
(2) Für die Aufgabe gilt § 17 entsprechend. Sie kann nicht auf die gemeinschaftliche Durchführung einheitlicher Betriebspläne erstreckt werden
 
§ 22
Voraussetzungen für die Bildung eines Forstbetriebsverbandes
 
(1) Ein Forstbetriebsverband kann nur für forstwirtschaftlich besonders ungünstig strukturierte Gebiete gebildet werden.
 
(2) Weitere Voraussetzungen sind, dass
 
1.  der Zusammenschluss nach Größe, Lage und Zusammenhang der in Betracht kommenden Grundstücke eine wesentliche Verbesserung der Bewirtschaftung ermöglicht;
 
2.  der Zusammenschluss einen wesentlichen Wettbewerb auf den Holzmarkt bestehen lässt;
 
3.  mindestens zwei Drittel der Grundstückseigentümer, die zugleich mindestens zwei Drittel der Fläche vertreten, der Bildung zustimmen;
 
4.  eine an alle betroffene Grundstückseigentümer gerichtete Aufforderung der nach Landes­recht zuständigen Behörde, eine Forstbetriebsgemeinschaft (Abschnitt II) zu gründen, ohne Erfolg geblieben ist.
 
(3) Bei der Aufforderung nach Absatz 2 Nr. 4 hat die Behörde eine Frist zu setzen. Die Frist soll in der Regel ein Jahr betragen und darf zwei Jahre nicht überschreiten.
 
(4) Grundstücke, die besonderen öffentlichen Zwecken dienen oder zu dienen bestimmt sind, können nur mit Einwilligung der Nutzungsberechtigten in einen Forstbetriebsverband einbe­zogen werden.
 
§ 23
Bildung eines Forstbetriebsverbandes
 
(1) Zur Bildung eines Forstbetriebsverbandes hält die nach Landesrecht zuständige Behörde eine einleitende Ver­sammlung ab, stellt einen Satzungsentwurf und ein vorläufiges Verzeichnis der beteiligten Grundstücke und ihrer Eigentümer auf und beruft die Gründungsversammlung ein.
 
(2) Die Satzung bedarf der Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde.
 
(3) Der Forstbetriebsverband entsteht mit der öffentlichen Bekanntmachung der Satzung.
 
(4) Die Landesregierungen werden ermächtigt, Einzelheiten des Gründungsverfahrens, der Genehmigung und Bekanntmachung der Satzung durch Rechtsverordnung zu regeln. Die Landesregierungen können diese Ermächtigung auf oberste Landesbehörden übertragen.
 
§ 24
Mitgliedschaft
 
(1) Mitglieder eines Forstbetriebsverbandes sind die Eigentümer der beteiligten Grundstücke. Ist ein anderer als der Eigentümer Nutzungsberechtigter, so kann er für die Dauer seines Nutzungsrechtes mit Einverständnis des Eigentümers dessen Rechte und Pflichten überneh­men. Die Übernahme der Rechte und Pflichten ist ebenso wie das Einverständnis des Eigen­tümers schriftlich gegenüber dem Forstbetriebsverband zu erklären.
 
(2) Die Satzung kann den Beitritt weiterer Mitglieder zulassen.
 
§ 25
Satzung
 
(1) Die Satzung wird von den Mitgliedern mit der in § 22 Abs. 2 Nr. 3 bezeichneten Mehrheit beschlossen.
 
(2) Die Satzung des Forstbetriebsverbandes muss Vorschriften enthalten über:
 
1. seinen Namen und seine Sitz;
2. seine Aufgabe;
3. die Rechte und Pflichten der Mitglieder;
4. das Stimmrecht der Mitglieder;
5. seine Verfassung, seine Verwaltung und seine Vertretung;
6. den Maßstab für die Umlagen und die Bemessungsgrundlage für Beiträge;
7. das Haushaltswesen, die Wirtschafts- und Kassenführung sowie die Rechnungs­führung;
8. die Verwendung des Vermögens bei Auflösung des Forstbetriebsverbandes.
 
(2) Die Vorschriften des § 18 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe e und Absatz 2 gelten entsprechend.
 
§ 26
Organe des Forstbetriebsverbandes
 
Organe des Forstbetriebsverbandes sind die Verbandsversammlung, der Vorstand und, sofern es die Satzung vorsieht, der Verbandsausschuss.
 
§ 27
Aufgaben der Verbandsversammlung
 
Die Verbandsversammlung wählt den Vorstand und dessen Vorsitzenden. Sie beschließt über
 
  1. die Höhe der Umlagen und Beiträge;
  2. den Haushaltsplan, die Jahresrechnung und die Verwendung von Erträgen;
  3. die Entlastung des Vorstandes;
  4. die Änderung der Satzung;
  5. den Erwerb, die Veräußerung und die Belastung von Grundstücken durch den Forstbetriebsverband;
  6. die Auflösung des Forstbetriebsverbandes;
  7. die ihr in der Satzung zugewiesenen Angelegenheiten.
 
§ 28
Vorsitz in der Verbandsversammlung,
Einberufung und Stimmenverhältnis
 
(1) Den Vorsitz in der Verbandsversammlung führt der Vorsitzende des Vorstandes.
 
(2) Der Vorsitzende hat die Verbandsversammlung jährlich mindestens einmal einzuberufen. Er muss sie einberufen, wenn dies von mindestens zwei Zehntel der Mitglieder oder von der Aufsichtsbehörde schriftlich unter Angabe der Tagesordnung verlangt wird.
 
(3) Das Stimmrecht der Mitglieder ist nach der Größe ihrer Grundstücke in der Satzung fest­zulegen. Jedes Mitglied hat mindestens eine Stimme. Kein Mitglied darf mehr als zwei Fünf­tel der Gesamtstimmen haben. Die Verbandsversammlung beschließt mit Mehrheit der abge­gebenen Stimmen, soweit in diesem Gesetz oder in der Satzung nichts anderes bestimmt ist.
 
§ 29
Vorstand
 
(1) Der Vorstand des Forstbetriebsverbandes besteht aus dem Vorsitzenden und mindestens zwei weiteren Mitgliedern.
 
(2) Der Vorstand führt die Geschäfte des Verbandes. Er vertritt ihn gerichtlich und außer­gerichtlich.
 
§ 30
Verbandsausschuss
 
In der Satzung kann bestimmt werden, dass ein Verbandsausschuss gebildet wird. Diesem können in der Satzung unbeschadet des § 27 Angelegenheiten von geringerer Bedeutung zur Beschlussfassung zugewiesen werden. Ferner kann bestimmt werden, dass der Verbandsaus­schuss bei bestimmten Verwaltungsaufgaben des Vorstandes mitwirkt.
 
 
§ 31
Änderung der Satzung
 
 
(1) Über eine Änderung der Satzung beschließt die Verbandsversammlung mit einer Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Stimmen aller Mitglieder.
 
(2) Die Satzungsänderung bedarf der Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Die Änderung wird mit ihrer öffentlichen Bekanntmachung wirksam.
 
 
§ 32
Ausscheiden von Grundstücken
 
(1) Die Grundstücke, deren forstwirtschaftliche Nutzung oder Bestimmung sich auf Grund einer Rechtsvorschrift oder einer behördlichen Anordnung oder Erlaubnis endgültig ändert, scheiden aus dem Verbandswald mit der Beendigung der Umwandlung aus.
 
(2) Im übrigen bedarf das Ausscheiden eines Grundstücks aus dem Verbandswald der Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Sie ist zu versagen, wenn das Ausscheiden die Durchführung der Aufgabe des Forstbetriebsverbandes gefährden würde. Für die in § 22 Abs. 4 bezeichneten Grundstücke ist die Genehmigung zu erteilen, wenn die Nutzungsbe­rechtigten es verlangen.
 
§ 33
Umlage, Beiträge
 
(1) Der Forstbetriebsverband erhebt von den Mitgliedern eine Umlage, soweit seine sonstigen Einnahmen nicht ausreichen, um seinen Finanzbedarf zu decken. Die Umlage soll regelmäßig nach der Größe der zum Forstbetriebsverband gehörenden Grundstücke bemessen werden. Ein anderer Maßstab kann zugrunde gelegt werden, wenn dies angemessen ist.
 
(2) Der Forstbetriebsverband kann von den Mitgliedern für bestimmte Zwecke oder Leistun­gen Beiträge erheben.
 
§ 34
Aufsicht
 
 
(1) Der Forstbetriebsverband unterliegt der Aufsicht der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Er bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde
 
1.  zur Veräußerung und Belastung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten;
 
2.  zur Aufnahme von Darlehen und zur Übernahme von Bürgschaften.
 
(2) Im übrigen bestimmt sich die Aufsicht über den Forstbetriebsverband nach Landesrecht. Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Befugnisse der Auf­sichtsbehörde im einzelnen zu regeln; sie können diese Ermächtigung auf oberste Landesbe­hörden übertragen.
 
 
§ 35
Verbandsverzeichnis
 
Der Forstbetriebsverband führt ein Verzeichnis der beteiligten Grundstücke, der Eigentümer und ihrer Stimmrechte. Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung Näheres über die Anlegung und Führung des Verbandsverzeichnisses zu bestimmten. Die Landesregierungen können diese Ermächtigung auf oberste Landesbehörden übertragen.
 
§ 36
Auflösung des Forstbetriebsverbandes
 
(1) Die Verbandsversammlung kann mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln der Stimmen aller Mitglieder die Auflösung des Forstbetriebsverbandes beschließen.
 
(2) Der Beschluss bedarf der Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde.
 
 
Abschnitt IV
Forstwirtschaftliche Vereinigungen
 
§ 37
Begriff und Aufgabe
 
(1) Forstwirtschaftliche Vereinigungen sind privatrechtliche Zusammenschlüsse von aner­kannten Forstbetriebsgemeinschaften, Forstbetriebsverbänden oder nach Landesrecht gebil­deten Waldwirtschaftsgenossenschaften oder ähnlichen Zusammenschlüssen einschließlich der Gemeinschaftsforsten zu dem ausschließlichen Zweck, auf die Anpassung der forstwirt­schaftlichen Erzeugung und des Absatzes von Forsterzeugnissen an die Erfordernisse des Marktes hinzuwirken.
 
(2) Forstwirtschaftliche Vereinigungen dürfen nur folgende Maßnahmen zur Aufgabe haben:
 
1.  Unterrichtung und Beratung der Mitglieder sowie Beteiligung an der forstlichen Rahmenplanung;
 
2.  Koordinierung des Absatzes;
 
3.  marktgerechte Aufbereitung und Lagerung der Erzeugnisse;
 
4.  Vermarktung der Erzeugnisse der Mitglieder;
5.  Beschaffung und Einsatz von Maschinen und Geräten.
 
 
§ 38
Anerkennung
 
(1) Eine Forstwirtschaftliche Vereinigung wird durch die nach Landesrecht zuständige Behörde auf Antrag anerkannt, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt:
 
1. Sie muss eine juristische Person des Privatrechts sein;
 
2. sie muss geeignet sein, auf die Anpassung der forstwirtschaftlichen Erzeugung und des Absatzes von Forsterzeugnissen nachhaltig hinzuwirken;
 
3. ihre Satzung oder ihr Gesellschaftsvertrag muss Bestimmungen enthalten über
a) ihre Aufgabe;
b) die Finanzierung der Aufgabe;
 
4. sie muss einen wesentlichen Wettbewerb auf dem Holzmarkt bestehen lassen.
 
(2) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann den Beitritt einzelner Grundbesitzer, die nicht Mitglied einer Forstbetriebsgemeinschaft oder eines Forstbetriebsverbandes sein kön­nen, zu der Forstwirtschaftlichen Vereinigung zulassen.
 
(3) Die §§ 19 und 20 gelten entsprechend.
 
 
 

Abschnitt V

 

 
Ergänzende Vorschriften
 
§ 39
Sonstige Zusammenschlüsse in der Forstwirtschaft
 
 
(1) Die nach der Verordnung über die Bildung wirtschaftlicher Zusammenschlüsse in der Forstwirtschaft vom 7. Mai 1943 (Reichsgesetzbl. I S. 298) gebildeten Forstverbände stehen den Forstbetriebsverbänden gleich, soweit deren Zweck sich nicht ganz oder überwiegend auf die Einstellung von Personal beschränkt.
 
(2) Sofern die in Absatz 1 genannten Forstbetriebsverbände ihre Satzung nicht den Vor­schriften des Gesetzes über forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse vom 1. September 1969 (Bundesgesetzbl. I S. 2543), zuletzt geändert durch das Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch vom 2. März 1974 (Bundesgesetzbl. I S. 469), fristgerecht angepasst haben, kann die nach Landesrecht zustän­dige Behörde eine mit § 25 in Einklang stehende Satzung erlassen.
 
(3) Die nach Landesrecht bisher anerkannten forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse des privaten Rechts stehen den anerkannten Forstbetriebsgemeinschaften gleich, bis sie nach § 18 ausdrücklich anerkannt sind, längstens jedoch vier Jahre nach Inkrafttreten dieses Gesetzes. Das gleiche gilt für nicht förmlich anerkannte gemeinschaftliche Zusammenschlüsse des privaten Rechts und für Grundbesitzer, die mit einer Forstbehörde Verträge über gemein­schaftliche Betreuung abgeschlossen haben, wenn die nach Landesrecht zuständige Behörde feststellt, dass diese bisher mindestens die Voraussetzungen des § 17 und des § 18 Abs. 1 Nr. 2, 6 und 7 erfüllt haben und förderungswürdig sind.
 
(4) Im übrigen bleiben die landesrechtlichen Vorschriften über Zusammenschlüsse in der Forstwirtschaft unberührt.
 
 
 
§ 40
Befreiung von Vorschriften des Gesetzes gegen
Wettbewerbsbeschränkungen
 
 
(1) § 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen findet keine Anwendung auf Beschlüsse von Vereinigungen forstwirtschaftlicher Erzeugerbetriebe, von anerkannten Forst­betriebsgemeinschaften, von Forstbetriebsverbänden und von forstwirtschaftlichen Vereinigungen, soweit sie die forstwirtschaftliche Erzeugung und den Absatz von Forsterzeugnissen betreffen. Das gleiche gilt für die nach Landesrecht gebildeten öffentlich-rechtlichen Waldwirtschaftsgenossenschaften und ähnliche Zusammenschlüsse in der Forstwirtschaft, sofern sie einen wesentlichen Wettbewerb auf dem Holzmarkt bestehen lassen.
 
(2) Eine anerkannte Forstwirtschaftliche Vereinigung im Sinne dieses Gesetzes darf ihre Mit­glieder bei der Preisbildung beraten und zu diesem Zweck gegenüber ihren Mitgliedern Preis­empfehlungen aussprechen.
 
(3) Im übrigen bleiben die Vorschriften des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen unberührt.
 
(4) Als Vereinigungen forstwirtschaftlicher Erzeugerbetriebe sind Waldwirtschaftsgemein­schaften, Waldwirtschaftsgenossenschaften, Forstverbände, Eigentumsgenossenschaften und ähnliche Vereinigungen anzusehen, deren Wirkungskreis nicht wesentlich über das Gebiet einer Gemarkung oder einer Gemeinde hinausgeht und die zur gemeinschaftlichen Durchfüh­rung forstbetrieblicher Maßnahmen gebildet werden oder gebildet worden sind.
 
 
Viertes Kapitel
Förderung der Forstwirtschaft,
Auskunftspflicht
 
§ 41
Förderung
 
(1) Die Forstwirtschaft soll wegen der Nutz, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes nach § 1 öffentlich gefördert werden.
 
(2) Die Förderung soll insbesondere auf die Sicherung der allgemeinen Bedingungen für die Wirtschaftlichkeit von Investitionen zur Erhaltung und nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes gerichtet sein. Zu diesem Zweck ist die Forstwirtschaft unter Berücksichtigung ihrer naturbedingten und wirtschaftlichen Besonderheiten vor allem mit den Mitteln der Wirt­schafts-, Verkehrs, Agrar-, Sozial- und Steuerpolitik in den Stand zu setzen, den Wald unter wirtschaftlich angemessenen Bedingungen zu nutzen und zu erhalten.
 
(3) Die Bundesregierung berichtet dem Deutschen Bundestag in dem Bericht nach § 4 des Landwirtschaftsgesetzes vom 5. September 1955 (Bundesgesetzbl. I S. 565) auf Grund des Wirtschafts­ergebnisse der Staatsforstverwaltungen und der Forstbetriebsstatistik über die Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft und der Struktur der Holzwirtschaft des Bundesgebietes sowie über die zur Förderung der Forstwirtschaft erforderlichen Maßnahmen.
Dieser Bericht erstreckt sich auch auf die Belastungen aus der Schutz- und Erholungsfunktion.
 
(4) Der Bundes beteiligt sich an der finanziellen Förderung und Forstwirtschaft nach dem Gesetz über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küsten­schutzes“ vom 3. September 1969 (Bundesgesetzbl. I S. 1573), geändert durch das Gesetz zur Ände­rung der Gesetze über die Gemeinschaftsaufgaben vom 23. Dezember 1971 (Bundesgesetzbl. I S. 2140).
 
(5) Staatliche Zuwendungen auf Grund des in Absatz 4 genannten Gesetzes können erhalten:
 
1.   forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Sinne dieses Gesetzes und nach § 39 gleichge­stellte sonstige Zusammenschlüsse in der Forstwirtschaft sowie die nach Landesrecht gebildeten öffentlich-rechtlichen Waldwirtschaftsgenossenschaften und ähnliche Zusammenschlüsse einschließlich der Gemeinschaftsforsten, sofern ihre Aufgabe sich auf die Verbesserung der forstwirtschaftlichen Erzeugung oder die Förderung des Absatzes von Forsterzeugnissen erstreckt und sie einen wesentlichen Wettbewerb auf dem Holzmarkt bestehen lassen;
 
2.   Inhaber land- oder forstwirtschaftlicher Betriebe oder Grundbesitzer, soweit ihre forst­lichen Vorhaben nicht über forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse gefördert werden.
 
 
§ 41 a
Walderhebungen
 
(1) Zur Erfüllung der Aufgaben dieses Gesetzes sowie zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Union oder völkerrechtlich verbindlicher Vereinbarungen im Anwendungsbereich dieses Gesetzes ist vorbehaltlich des Absatzes 3 alle zehn Jahre eine auf das gesamte Bundesgebiet bezogene forstliche Großrauminventur auf Stichprobenbasis (Bundeswaldinventur) durchzuführen. Sie soll einen Gesamtüberblick über die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten liefern. Die hierzu erforderlichen Messungen und Beschreibungen des Waldzustandes (Grunddaten) sind nach einem einheitlichen Verfahren vorzunehmen. Dabei ist auf die Verwertbarkeit der Grunddaten auch im Rahmen der Beobachtung nach § 6 Bundesnaturschutzgesetz zu achten.
 
(2) Die Länder erheben die in Absatz 1 genannen Grunddaten; das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellt sie zusammen und wertet sie aus.
(3) Zur Erfüllung von Berichtspflichten, die auf Grund verbindlicher völkerrechtlicher Vereinbarungen zum Schutz des Klimas bestehen, erhebt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz soweit erforderlich in den Jahren zwischen zwei Bundeswaldinventuren Daten zum Kohlenstoffvorrat im Wald.
(4) Die mit der Vorbereitung und Durchführung der in den Absätzen 1, 3 und in Rechtsverordnungen nach Absatz 6 genannten forstlichen Erhebungen beauftragten Personen sind berechtigt, zur Erfüllung ihres Auftrages Grundstücke zu betreten sowie die erforderlichen Datenerhebungen und Probenahmen auf diesen Grundstücken durchzuführen.
(5) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates nähere Vorschriften über das für die Bundeswaldinventur anzuwendende Stichprobenverfahren und die zu ermittelnden Grunddaten zu erlassen.
(6) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kann durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates vorsehen, dass Daten
1. zur Nährstoffversorgung und Schadstoffbelastung der Waldböden (Bodenzustandserhebung),
2. zur Vitalität der Wälder,
3. zu Wirkungszusammenhängen in Waldökosystemen
erhoben werden können und dabei nähere Vorschriften über den Zeitpunkt, die anzuwendenden Verfahren und die zu ermittelnden Grunddaten erlassen. Im Falle einer Rechtsverordnung nach Satz 1 gilt Absatz 2 entsprechend.
 
§ 42
Auskunftspflicht
 
(1) Natürliche und juristische Personen und nicht rechtsfähige Personenvereinigungen haben den zuständigen Behörden auf Verlangen die Auskünfte zu erteilen, die zur Durchführung der den Behörden durch dieses Gesetz oder auf Grund dieses Gesetzes übertragenen Aufgaben erforderlich sind.
 
(2) Der Auskunftspflichtige kann die Auskunft auf solche Fragen verweigern, deren Beant­wortung ihn selbst oder einen der in § 383 Abs. 1 bis 3 der Zivilprozessordnung bezeichneten Angehörigen der Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde.
 
§ 43
Verletzung der Auskunftspflicht
 
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 42 Abs. 1 eine Auskunft nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erteilt.
 
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden.
 
Fünftes Kapitel
 
§ 44
 
Allgemeine Verwaltungsvorschriften
 
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erlässt mit Zustimmung des Bundesrates die zur Durchführung der §§ 15 bis 40 und 41a erforderlichen allgemeinen Verwaltungsvorschriften.
 
§ 45
Anwendung des Gesetzes in besonderen Fällen
 
(1) Auf Flächen, die Zwecken
 
1.  der Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung,
 
2.  der Bundespolizei oder
 
3.  des zivilen Luftverkehrs.
 
dienen, sind die nach den §§ 6, 7 und 9 bis 13 dieses Gesetzes erlassenen Landesvorschriften nur anzuwenden, soweit dadurch die bestimmungsgemäße Nutzung nicht beeinträchtigt wird.
 
(2) Soll bei Vorhaben, die den in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Zwecken dienen, Wald in eine andere Nutzungsart umgewandelt werden (§ 9), eine Fläche erstmals aufgeforstet (§ 10), Schutzwald (§ 12) oder Erholungswald (§ 13) für die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Zwecke verwendet werden, so ist die höhere Forstbehörde zu hören. Ist es erforderlich, von der Stellungnahme dieser Behörde abzuweichen, so entscheidet hierüber das zuständige Bundesministerium im Einvernehmen mit den beteiligten Bundesministerien und im Beneh­men mit der nach Landesrecht zuständigen obersten Landesbehörde. Findet ein Anhörungs­verfahren nach § 1 Landbeschaffungsgesetz, § 1 Schutzbereichsgesetz oder § 30 Abs. 3 Luft­verkehrsgesetz statt, so sind die forstlichen Erfordernisse in diesem Verfahren abschließend zu erörtern.
 
(3) Behörden des Bundes und der bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inanspruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Wald­flächen betreffen können, die Vorschriften des § 8 zu beachten.
 
(4) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht im Land Berlin.
 
§ 46
Änderung von Vorschriften
hier nicht wiedergeben
 
§ 47
(aufgehoben)
 
§ 48
Inkrafttreten, Aufhebung von Vorschriften
 
1) Dieses Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.
 
(2) Gleichzeitig treten folgende Vorschriften außer Kraft:
 
1.  das Gesetz über forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse vom 1. September 1969 (Bundesgesetzbl. I S. 1543), zuletzt geändert durch das Einführungsgesetz zum Strafgesetzbuch vom 2. März 1974 (Bundesgesetzbl. I S. 469);
 
2.  die Verordnung zur Förderung der Forst- und der Weidewirtschaft vom 7. Februar 1924 (Reichsgesetzbl. I S. 50).
 
3.  das Gesetz gegen Waldverwüstung vom 18. Januar 1934 (Reichsgesetzbl. I S. 37), geändert durch das Einführungsgesetz zum Gesetz über Ordnungswidrigkeiten vom 24. Mai 1968 (Bundesgesetzbl. I S. 503),
 
4.  die Verordnung zur Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden in den nicht im Eigentum des Reichs oder der Länder stehenden Waldungen vom 18. Juni 1937 (Reichsgesetzbl. I S. 876).